FAQ

Hier finden Sie kurze Antworten und Stellungnahmen zu häufig gestellten Fragen (FAQ) im Vorfeld oder im Kontext der geplanten «Smarter Medicine»-Kampagne sowie zusätzliche Informationen über Fakten, Hintergründe, Grundlagen und Werte. Diese werden laufend aktualisiert und überarbeitet.

Ist eine Kampagne wie «Smarter Medicine» überhaupt notwendig?

Die Erfahrung anderer Länder hat gezeigt, dass Ärzte, Patienten, Pflegende und andere Anspruchsgruppen diese Art von transparenter und klarer Information für eine fundierte Entscheidungsfindung zu schätzen wissen.

Worauf basieren die Empfehlungen der Kampagne überhaupt?

Hauptsächlich auf nationalen und internationalen Studien und zusätzlich auf den Vorgaben einer nachhaltigen, effizienten und evidenzbasierten Medizin.

Welches waren die Hauptkriterien bei der Auswahl der aktuellen Top 5-Liste?

Ausgewählt wurde nach Evidenz, Relevanz, Häufigkeit und Auswirkung der entsprechenden Empfehlungen. Im Hauptfokus stehen aber das Patientenwohl sowie der Beitrag zur Qualitätssteigerung des Schweizer Gesundheitswesens.

Sind die Empfehlungen der Kampagne ethisch und sozial überhaupt vertretbar?

Ziel der Kampagne ist das Patientenwohl. Dieses steht im Vordergrund aller «Smarter Medicine»-Aktivitäten. Soziale und ethische Grundwerte wurden bei der Erarbeitung mit berücksichtigt und fliessen permanent in den weiteren Verlauf der Kampagne und den gemeinsamen Diskurs zwischen Entscheidungsträgern und Betroffen mit ein. Im Fokus steht der Mensch mit all seinen Facetten, Bedürfnissen und Wünschen.

Wird die Wahlmöglichkeit der Patienten durch die Kampagnenempfehlungen eingeschränkt?

Auf keinen Fall. Die Patientin hat die gleiche Wahlfreiheit wie bis anhin. Neu ist, dass sie im Dialog mit ihrer Ärztin gemeinsam entscheiden kann, was ihr mehr schadet als nützt und für alle Beteiligten vermieden werden können.

Wird wegen der Kampagne «Smarter Medicine» der Rationierung der medizinischen Versorgung Vorschub geleistet?

Nein. Der Patientin wird nichts vorenthalten. Es wird nicht auf ihre Kosten gespart. Vielmehr erhält sie mehr Grundlagen für einen persönlichen Entscheid. Die Ärztin begleitet sie dabei.

Gilt das Bisherige nicht mehr? Waren die bisherigen Empfehlungen falsch?

Das Bisherige gilt meistens noch immer. Es soll aber periodisch kritisch aufgrund aktueller medizinischer Erkenntnisse und Rahmenbedingungen im Hinblick auf Qualität und Patientenwohl überprüft werden. Bei Bedarf wird gemeinsam, interprofessionell und interdisziplinär nach neuen, effektiven, nachhaltigen und akzeptablen Lösungen gesucht.

Handelt es sich bei der Kampagne um eine Einzelaktion? Hat sie überhaupt Auswirkungen auf das Schweizer Gesundheitswesen?

Die «Smarter Medicine»-Kampagne ist in das Positionspapier «Ein nachhaltiges Gesundheitssystem für die Schweiz» der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW) eingebettet und basiert auf dessen Werten und Zielsetzungen. Sie ist ein wichtiger Teil der geplanten SAMW-Roadmap zum obigen Thema. Zudem wurden die Schweizer Patientenorganisationen bei der Vorbereitung und Umsetzung integriert. Im Vorfeld wurden zudem verschiedene Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft von der SGIM aktiv informiert und involviert. Die Ideen und Grundlagen der Kampagne fanden dabei breite Akzeptanz und Unterstützung.

Wie ist die Kampagnenzusammenarbeit mit anderen Akteuren des Schweizer Gesundheitswesens geplant?

Die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin arbeitet bereits jetzt eng mit anderen wichtigen Akteuren des Schweizer Gesundheitswesens zusammen: den Spitälern, den Arztpraxen, den Pflegenden, aber auch anderen wichtigen Institutionen des Schweizer Gesundheitswesens wie der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften, dem Dachverband Schweizerischer Patientenstellen und der FMH. Von der Kampagne erhofft sich die SGIM eine Signalwirkung für ein ähnliches Engagement anderer medizinischer Fachgesellschaften sowie von zentralen Institutionen des Schweizer Gesundheitswesens und für Schlüsselpersonen in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung.

Entstehen wegen der «Smarter Medicine»-Kampagne zusätzliche Kosten für die Patienten?

Nein, die Idee ist, dass die Patientinnen sowie ihre Angehörigen vor allem besser und fundierter entscheiden können, was ihnen gut tut.

Was versprechen sich die Generalistinnen in der Arztpraxis und im Spital von einer solchen Kampagne?

Verschiedenes: einen nachhaltigen Impuls für das Patientenwohl, eine Qualitätssteigerung des Schweizer Gesundheitswesens, einen vertieften Dialog zwischen der Ärzteschaft und ihren Patienten sowie den Pflegenden und natürlich auch eine Sensibilisierung für die Anliegen und das Engagement der Allgemeininternistinnen, der Generalistinnen in der Arztpraxis und im Spital.